Tag Archives: Probepilgern

Von Siena nach Rom im Oktober

15 Apr

Auf der Via Francigena von Siena nach Rom

6. – 25. Oktober 2015

Infos über pilgerforumberlin@gmx.de oder 01741828932. Anmelden bitte hier (Anmeldeschluss 1. September 2015):

http://www.erzbistumberlin.de/glaube/wallfahrtenpilgern/bistumswallfahrt-nach-rom/onlineanmeldung-zur-fusswallfahrt/

Startpunkt Siena - Bild (c) Jana Hofmann

Startpunkt Siena – Bild (c) Jana Hofmann

  • Von Siena nach Rom
  • 250 km an 12 Lauftagen, ca. 25 km/Tag
  • Traumhaft schön:
    Süd-Toskana, Lazium, Lago di Bolsena
  • Übernachtungen in Pilgerherbergen, städt. Unterkünften, Jugendherbergen und Klöstern
  • 1 Tag Aufenthalt in Siena zur Einstimmung
  • Zur Ankunft in Rom gemeinsamer Besuch des Petersdoms und Abholung der Pilgerurkunde
  • 5 Tage Aufenthalt in Rom, Teilnahme am allgemeinen Programm der Bistumswallfahrt nach eigener Wahl
  • Übernachtung in Rom in Gruppenunterkünften nahe Piazza Navona bzw. spanische Treppe
  • Rucksack und Schlafsack sind erforderlich.
  • Max. 20 TeilnehmerInnen, noch 7 freie Plätze.
  • Ausführlichere Beschreibung hier: https://pilgerforumberlin.wordpress.com/pilgertouren

Gesamtpreis beträgt 730 Euro ohne Flug. Enthalten sind: Pilgerpass, Pilgerpaket Romwallfahrt, alle Übernachtungen auf der Strecke und in Rom, tlw. Frühstück und Abendessen, Organisation & Begleitung.

Wandern auf dem Jakobsweg mit TU-Sport

Auch TU-Sport ist auf den Jakobsweg gekommen. Einfach mal unter http://www.TU-Sport.de nachschauen.

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Probepilgern 2012: Daten und Optionen

11 Mrz

Es geht los! 2012, wir Berliner Pilger kommen!

Wir werden wieder Probepilgern und besuchen diesmal die zweite mit einer Pilgerherberge ausgestattete Strecke von Frankfurt Oder zum Bahnhof Berkenbrück bzw. so weit jeder kann.

Es sind jetzt 25 Teilnehmer. Nur wer von mir eine schriftliche Zusage per Email bekommen hat, hat einen Schlafplatz sicher.

Nachdem ich die Strecke diese Woche abgelaufen bin, habe ich neue Informationen für Euch. Wir werden versuchen, im Zug nach Frankfurt im 2. Waggon von vorne unseren Platz zu finden. Wer nicht an der Andacht teilnehmen will und eine Stunde später in Frankfurt ankommt, der trifft uns dann an der Friedenskirche. Wir werden nach der Andacht Slubice und Polen einen kurzen Besuch abstatten und dort einen Kaffee trinken.

Allen, die in Sieversdorf einen Matratzenplatz haben, empfehle ich, ein leichtes Spannbettlaken mitzunehmen, ich glaube, das ist für jeden angenehmer. In den Zimmern wird es herbergsmäßig zugehen, daher für Eure Erwartungshaltung: Neben den Betten werden die Matratzen auf den Boden gelegt. Für die Liegeplätze gibt es im oberen Stockwerk einen größeren Raum. Und einige wenige sind auch direkt bei Schefflers im Haus untergebracht. Es gibt zwei Duschen im Haus und eine im Garten, vielleicht bitten wir die Herren der Schöpfung, sich mental gleich auf die Dusche im Garten einzustellen.

Wir werden nicht zur Kersdorfer Schleuse gehen und dort einkehren, sondern von Briesen nach direkt auf dem Jakobsweg weiter zum Bahnhof Berkenbrück. In Briesen gibt es mitten im Ort ein paar Bänke für eine Pause und ich werde versuchen, dort noch etwas zu organisieren…

Und nur, wem21 km nicht genug sind, der kann über das Forsthaus an der Spree ein paar Extrakilometer einlegen auf einem zugegebenermaßen sehr schönen Weg, der nimmt dafür aber 6 zusätzliche Kilometer in Kauf, die ich nicht allen zumuten möchte. Ich habe es ausprobiert und war ganz schön kaputt danach.

Am 14. April treffen sich alle, die mitfahren wollen, um 7.15 Uhr am Alexanderplatz bei den Fahrkartenautomaten unter dem Fernbahnsteig auf der Nordwestseite des Bahnhofs (Ausgang zur Commerzbank), wo wir für alle, die im voraus das Geld überwiesen haben,  ein Gruppenticket kaufen, das pro Person 5,10 Euro kostet. Wer früher oder später zusteigen will, kann sich das aus dem Fahrplan heraussuchen.

Gruppenfahrpreis 5.10 €

Bahnhof an ab Gleis
Berlin, Charlottenburg Bhf   07:08 1
S+U Zoologischer Garten Bhf (Berlin) 07:11 07:12 1
S+U Berlin Hauptbahnhof 07:16 07:18 12
S+U Friedrichstr. Bhf (Berlin) 07:21 07:21 1
S+U Alexanderplatz Bhf (Berlin) 07:24 07:24 1
S Ostbahnhof (Berlin) 07:28 07:29 1
S Erkner Bhf 07:50 07:51 1
Grünheide, Fangschleuse Bhf 07:55 07:55 1
Hangelsberg, Bahnhof 07:59 08:00 1
Fürstenwalde, Bahnhof 08:06 08:07 1
Frankfurt (Oder), Bahnhof 08:26 11

Gegen 8.30 Uhr kommen wir in Frankfurt/Oder an und laufen gemeinsam zur Friedenskirche (ehem. Nikolaikirche) mit dem ökumenischen Europa-Centrum. Wer selbständig anreist, findet den Stadtplan hier. Wir werden dort empfangen, erhalten unseren Pilgerstempel und halten gemeinsam als geistigen Start unseres Pilgerwochenendesh eine Taizé-Andacht, vielleicht sogar mit örtlicher Beteiligung, so dass wir sogar die Möglichkeit zur Begegnung haben. Pfarrer Iskraut wird uns dabei begleiten, einige kennen ihn schon. Wir können die Pilgerausweise aus dem letzten Jahr benutzen. Wer keinen hat, kann sich selbst einen hier herunterladen und ausdrucken.

Unser Startpunkt in Frankfurt / Oder

Wer nicht an der Taizé-Andacht teilnehmen möchte, der reist einfach eine Stunde später an und trifft uns um 10 Uhr an der Friedenskirche.

Nach der Andacht werden wir  in Slubice/Polen auf der anderen Seite der Brücke ein Café besuchen. Danach werden wir auf der Nordroute aufbrechen  in Richtung Sieversdorf, das sind 16 Kilometer. Wenn wir unterwegs eine Pause machen, dann werden nach ca. 5 Stunden dort sein und in die Pilgerherberge an der Orgelwerkstatt bei Silvia Scheffler einkehren.

http://www.pension-orgelwerkstatt.de/Willkommen.html

Dort gibt es 8 Betten (18 €) und 9 Matratzenplätze (Spende) und noch einige Liegeplätze (?).  Das Frühstück kostet 5 € pro Person. Wir haben den Nachmittag frei für Gespräche etc., wobei ich hoffe, dass wir bei schönem Wetter viel draußen sein können. Es wird auch eine Besichtigung der Orgelwerkstatt möglich sein, ist allerdings kostenpflichtig. Ein Betrag wurde mir noch nicht genannt, aber es dürfte für Interessierte nicht unerschwinglich sein.

Pilgerherberge an der Orgelwerkstatt in Sieversdorf

Pilgerherberge an der Orgelwerkstatt in Sieversdorf

Es gibt jedenfalls einen wundervollen überdachten „Draußenplatz“ und wir werden abends zusammen grillen (hoffe ich jedenfalls, jetzt waren noch Schafe drin). Meine Freundin wird samt Auto und aller Verpflegung dazukommen, damit wir das nicht alles tragen müssen.

Am nächsten Morgen gibt es in nach dem Frühstück in der wunderschönen kleinen Feldsteinkirche gegen 8.45 Uhr eine gemeinsame (freiwillige) Taizé-Andacht, dann werden wir loslaufen. Der Gottesdienst beginnt leider zu spät, als dass wir daran teilnehmen könnten.

Auf der Nordroute laufen wir dann durch die Felder bis Alt-Madlitz, von dort aus biegen wir ab auf eine kleine Fahrrad-Straße durch den Wald in Richtung Briesen, wo wir nach insgesamt 10 km auf die Südroute treffen.  Dann geht es 10,5 km weiter zum Bahnhof Berkenbrück. Der Zug fährt alle Stunde ab Briesen bzw. Berkenbrück, siehe Beispielsfahrplan.

Bahnhof an ab Gleis
Briesen (Mark), Bahnhof 15:57 15:57 2
Berkenbrück (LOS), Bahnhof 16:03 16:03 2
Fürstenwalde, Bahnhof 16:08 16:09 2
S Erkner Bhf 16:22 16:23 2
S Ostbahnhof (Berlin) 16:42 16:44 7
S+U Alexanderplatz Bhf (Berlin) 16:47 16:48 2
Auf dem Jakobsweg in Richtung Alt-Madlitz

Auf dem Jakobsweg in Richtung Alt-Madlitz

Wir werden sehen, wie weit wir laufen können bzw. wollen, jeder entscheidet für sich, wann er einsteigen möchte und wie weit er fährt. Ab 6  Personen ist beim VBB eine Gruppenkarte möglich.

Freuet Euch - Botschaft von der Kanzel in Sieversdorf

9.3.2012 19.45 Uhr: Jakobsweg und der Camino Francés: Praktische Tipps

24 Feb

Wie im letzten Jahr möchten wir auch in diesem Jahr für alle, die sich in diesem Jahr auf den Jakobsweg machen wollen, unsere Erfahrungen und viele praktische und schöne Tipps anbieten. Im Internet und in Reiseführern kann man viel lesen, hier gibt es Antworten zum Anfassen und man kann alle Fragen auf einmal stellen und Antworten bekommen, an die man selbst noch gar nicht gedacht hat.

Jakobsweg zwischen San Juan Ortega und Burgos in der Morgenröte

Wir wollen an diesem Tag allen Pilgern aus Berlin und Umgebung, die in diesem Jahr aufbrechen wollen, die Möglichkeit geben, sich über Vorbereitung, Ausrüstung, Reiseführer, Streckenführung, Etappen zu informieren. Wir freuen uns auf alle Neuen, die an diesem Tag das erste Mal zu uns kommen.

Alle Pilger, die den Camino schon gelaufen sind, sind ebenfalls herzlich eingeladen, natürlich mit ihren Erfahrungen, – wenn es geht – mit ihrem Rucksack oder ihren bewährtesten bzw. liebsten Ausrüstungsgegenständen vorbeizukommen, um anderen zu helfen, ihre optimale Ausrüstung zusammen zu stellen und sich auf den Weg gut einzustimmen. Ebenso sind praktische Tipps und Materialien gefragt, die unterwegs gut weiterhelfen. Je mehr Leute etwas mitbringen, umso informativer wird die Veranstaltung, vielleicht wird es so etwas wie eine kleine Ausstellung. Martin, der den Camino schon oft gelaufen ist, wird diesen Abend moderieren und uns an seinen Erfahrungen aus allen Jahreszeiten partizipieren lassen. In großer Runde oder im Zwiegespräch am Rucksack oder am Pilger-Buffet bleibt nichts unbeantwortet.

Pilger auf dem Weg aus Logroño heraus

Darüberhinaus wollen wir unser nächstes gemeinsames Probepilgern planen und ich poste heute schon mal den Termin hierfür: 14. – 15. April 2012. Morgens geht es mit dem Zug nach Frankfurt/Oder. Wir pilgern von dort auf der Jakobsweg-Nordroute nach Sieversdorf, wo wir in der Pilgerherberge an der Orgelwerkstatt bei Silvia Scheffler übernachten. Am nächsten Tag geht es ein Stück auf der Nordroute weiter, dann schwenken wir um auf die Südroute und dann geht es so weit, wie wir gemeinsam kommen: Briesen, Berkenbrück oder Fürstenwalde. Es gibt ca. 20 Schlafplätze, ca. die eine Hälfte Betten im Pensionsbereich, die andere Hälfte Matratzenplätze. Mehr darüber und Anmeldung dann auf dem Treffen, Reservierungen von Frühentschlossenen nehme ich allerdings auch schon jetzt entgegen.

Auf dem Brandenburger Jakobsweg zwischen Sieversdorf und Alt-Madlitz

Zwei Wochen später, 28.4. – 1.5., gibt es 4 schöne, freie Tage hintereinander. Auch hier könnte man über eine zusätzliche Pilgerwanderung gemeinsam nachdenken für eine Strecke, die für ein Wochenende zu kurz ist.

Übrigens für alle, die letztes Mal nicht da waren: Wir sind letztes Mal nur bis zur Hälfte gekommen mit dem Thema „Ankommen“. Wir werden es zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgreifen.

Ort: Herz-Jesu-Gemeinde, der Raum wird immer individuell bestimmt,
Beginn um 19.45 Uhr (nach der Freitagsmesse)

Adresse: Schönhauser Allee 182, 10119 Berlin,
das ist so ein Hofeingang in einer roten Backsteinmauer.
U 2 Rosa-Luxemburg-Platz oder Senefelder Platz, M8 Rosa-Luxemburg-Platz, Bus 142

Wir freuen uns auf Euch! Bitte – wie immer – an unser Pilgerbuffet und an eine Raumspende für Herz-Jesu denken!

Bericht vom Probepilgern am 2. – 3. April 2011

8 Apr

Unser Leitstern die Jakobsmuschel

Probepilgern hieß für uns: Wir wollten alle für dieses neue Pilgerjahr uns selbst und natürlich auch unsere Ausrüstung einem ersten Fitness-Test unterziehen, mal mit gepacktem Rucksack pro Tag mindestens 20 km laufen. Doch viel schöner und wichtiger war es, in unserer  Gemeinschaft uns auf den Weg zu machen und so authentisch wie möglich miteinander auf dem Jakobsweg in Brandenburg zu pilgern. Das war die Tour des 1. Tages, die Verbindungsroute von Fürstenwalde nach Müncheberg:

Ab Fürstenwalde 2,7 km bis Palmnicken, dann 5 km bis Trebus, dann 3,5 km bis Jänickendorf, dann 3,3 km bis Schönfelde, dann 4,2 km bis Eggersdorf und 1,9 km bis Philippinenhof bei Müncheberg. Dort treffen die Verbindungsroute und die Nordroute zusammen, und an ihrem „Kuss“ steht die Pilgerherberge Luckas.

Der größte Teil der Gruppe traf sich am 2.4. kurz vor 8 Uhr am Bahnhof Alexanderplatz. Gemeinsam fuhren wir nach Fürstenwalde, wo wir den Rest der Gruppe vor dem Dom trafen. Pfarrer Hemmerling hielt für uns eine erfrischende Pilgerandacht mit dem alten Jakobus-Segen, wir sangen und beteten gemeinsam.

Dom Fürstenwalde

Kröte mit schwerem Huckepack

Glowi verteilte die Pilgerpässe, nochmals dankeschön! Und wir alle konnten uns den ersten Stempel in unseren Pass drücken lassen. Nach der Andacht erzählte er uns einiges über die bewegte Geschichte des Doms. Gut versorgt und in vieler Hinsicht entlastet machten wir uns auf den Weg in Richtung Trebus. André aus Fürstenwalde übernahm die Führung, denn natürlich kannte er sich am besten aus. Als wir das Fürstenwalder Stadtgebiet verließen, erreichten wir ein Waldgebiet und den Trebuser See, an dessen Nordküste wir entlang wanderten. Nicht nur wir trugen alle unseren vollgepackten Rucksack, wir trafen auch eine Kröte, die eine ordentliche Last auf ihrem Rücken trug.

André ging voran...Trebuser See

Die Natur war befreiend und der Blick auf den See besänftigte Augen und Seele. Die Gruppe verteilte sich weitläufig, da doch das Tempo der einzelnen recht unterschiedlich war – und auch sein durfte – es ging ja darum, sich selbst mit Gepäck uns einer typischen Tagesdistanz auszuprobieren. Als am Ende des Sees dann auch noch ein ordentlicher Anstieg zu den Seeterrassen kam, wurde der „Parcours“ immer perfekter.

Sitzen, stehen, liegen - Pause ist Pause!

Bei den Seeterrassen konnten wir – wichtig – die Toiletten benutzen und uns auch auf die Terrasse setzen, aber aufgrund einer großen Veranstaltung war eine Bedienung unserer Gruppe – trotz erheblich vorhandenem Kaffeedurst – nicht möglich. Es war trotzdem wundervoll, draußen in der Sonne zu sitzen. Es war für uns alle genug Platz und das erste gemeinsame Frühstückspicknick haben alle genossen. Die Terrasse liegt auf der Sonnenseite hoch über dem See, wir konnten den Ausblick genießen und miteinander ins Gespräch gekommen. Wir hatten ein solches Glück mit dem Wetter – dank Karla. Sie hatte beim letzten Treff mit einer solchen Überzeugung gesagt: „Das ist schon geregelt. Das Wetter wird super!“, so dass uns ihr Glaube geholfen hat.

Glowi hat alles noch viel besser fotografiert. Alle, die dabei waren, finden die Bilderstrecke unter

fotos.web.de/glowi/PROBEPILGERN

Das Passwort heißt so wie der, der nicht dabei war.

Uns wurde hier endgültig klar, dass unsere Wegmarkierung ein rotes und ein weißes Dreieck waren, sie begleiteten uns auch zuverlässig bis Philippinenhof.

Ein Blick in die Vergangenheit...

Nach der Pause brachen wir gemütlich auf, durchquerten das gemütliche Trebus und sahen dort vor allem einige typische DDR-Überbleibsel: einen gelben Kiosk, ein VEB-Schild und in einer Fahrschule dieses Auto. Auch entdeckten wir eine Jakobus-Stehle schräg gegenüber von der Trebuser Kirche.

Ab dem Ortsausgang kamen wir auf einen zweigeteilten Weg nach Jänickendorf , auf der einen Seite altes Kopfsteinpflaster, auf der anderen Seite ein geteerter Radweg. Jeder konnte den ihm gemäßen Untergrund wählen.

Bild von Petra: Weg nach Jänickendorf

In Jänickendorf wurden wir von Frau Krenz von der Gemeinde und Herrn Jungbluth, dem Ortsvorsteher,  freundlich empfangen. In der Kirche war es total kalt, während uns Herr Jungbluth über Jänickendorf erzählte. Danach durften wir die steile Treppe in den Kirchturm klettern und uns die Ausstellung im oberen Stockwerk ansehen. Es war ein vielfältiges Angebot von Bildern, Zeitungsausschnitten, Dokumentationen aber auch vielfältigen Gegenständen aus dem Dorfleben in sorgsamer Kleinarbeit zusammengetragen.

Foto von Horst Kroll: Die Kirche in Jänickendorf

Nach der Besichtigung rettete uns Frau Krenz mit einem heißem Kaffee. Für unsere eigengestaltete Andacht setzten sich alle, die Lust hatten, in den alten Kirchenraum und wir sangen und beteten miteinander und trugen unsere Fürbitten vor.

Foto von Andreas Glowienke: Altarbild Jänickendorf Jesu Verklärung

Anschließend genossen wir die Sonne und das Laufen, so wurden wir alle wieder warm.

Ausstellungsstücke aus der Jänickendorfer Kirche

Herzensgruß vom Jakobsweg

Der Weg nach Schönfelde war etwas schmaler als die bisherige Strecke und verlief in der Tat durch schöne Felder. Ein schönen Gruß gab es auch vom Weg. Jeder fand sein eigenes Tempo und auch immer wieder neue Pilgerpartner. Anfang und Ende unserer Pilgergruppe konnten einander nicht mehr sehen, es fühlte sich trotzdem „gemeinsam“ an, es fühlte sich gut an. Kein Pilgern im Gleichschritt zu Megaphongebeten, wie ich es bei einer Wallfahrt in Mitteldeutschland mal gesehen habe, sondern jeder in seinem eigenen Tempo.

Frühlingshaftes und fußfreundliches Pilgern

In Eggersdorf verdichtete sich die Gruppe wieder etwas. Hinter Eggersdorf hatten sich zwei Pilgerinnen verlaufen und dank des orangenen T-Shirts uns wieder entdeckt. Ein schönes Wäldchen motivierte zu weiteren Gruppenfotos.

Schön, oder? Waldstück hinter Eggersdorf und Lesya, Renate, Gabi und Thomas mit Kurt

Mit dem Endspurt  erreichten wir in Philippinenhof das Landhaus Luckas, unser Tagesziel.

Foto von Horst Kroll: Der Wegweiser zurück - Hatten wir doch 24 km am 1. Tag geschafft?

Wer kam als erster dort an? Ich weiß es nicht, aber als ich ankam, saßen und standen dort viele Pilger und Rucksäcke, und einige der Pilger hatten schon das dortige Pilgerbier in der Hand. Ein super Empfang!  Da ich ab diesem Zeitpunkt organisatorisch beschäftigt war, gibt es jetzt bis zum nächsten Morgen keine Fotos mehr von mir, wer noch schöne Bilder vom Abend hat und sie veröffentlichen mag: Her damit!

Sven Luckas zeigte uns die Räume und die Bettenverteilung konnte losgehen. Währenddessen bauten Kerstin, Jana und Glowi ihre Zelte auf.  Als alle richtig untergebracht waren, begannen wir mit mit dem Kochen, alle packten mit an. Es gab das typischte Camino-Essen für Selberkocher: Spagetti mit Tomatensoße und gemischter Salat. Wir bereiteten drei verschiedene Soßen zu: Bolognese, Thunfisch und Vegetarisch. Die Nudeln kochten wir in den Zimmern, die Soßen in der Herbergsküche, der Organisation und Gerüche wegen 😉

An zwei großen Tischen verteilten wir uns und natürlich durfte neben dem Pilgerbier auch Vino Tinto nicht fehlen. Eine Schar Wildgänse zog am Himmel über uns hinweg, ein klares Zeichen des Frühlings. Unsere Stimmung wurde immer besser und es blieb noch eine Menge Nudeln und 1 Topf Thunfischsoße übrig.  Nach dem Essen fanden sich klaglos einige Freiwillige, die den riesigen Abwasch bewältigten und Glowi machte sich an den Herd, der unter 3 Sorten Tomatensoße in 5 Töpfen und einer Pfanne etwas gelitten hatte. Hinterher war er spiegelblank!

Foto von Andreas Glowienke: "Luckasliche" Abendstimmung

Und nun folgte ein weiterer Höhepunkt: Sven zündete uns ein Lagerfeuer an, was prima war, denn nun wurde es langsam frisch und feucht. Die Sänger fanden sich rund um das Lagerfeuer ein, andere genossen vor der Herberge die Aussicht und das Pilgerbier, es soll auf dem Zimmer auch noch eine Fußmassage gegeben haben…Die Sänger kannten einige Lieder, christliche, Fahrtenlieder, internationale Klassiker, aber meist nur die erste Strophe: von „Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen“ über „Shalom chaverim“ und „La Bamba“ zu „Auld lang syne“ gegen Ende. Das nächste Mal, wenn wir wieder Pilgern, dann gehört eine Mundorgel mit in den Rucksack. Wie im Ferienlager eben, so fühlte es sich auch an. Als Kerstin und Jana auf ihre Zelte zustrebten und schlafen wollten, löste sich die Gruppe auf und strebte den sehr unterschiedlichen Bettstätten zu. Zwischen Luxusbettchen unterm Sternenhimmel über Pritschen und Matratzen bis zu Matte gab es alles. Schön war’s!

Foto von Andreas Glowienke: Morgenstimmung bei Müncheberg - fast wie gemalt

Um sieben Uhr wurde auf den frühen Sonntagmorgen geweckt, wir hatten ja noch was vor! Wir verteilten das Kaffeekochen wieder auf die verschiedenen Räume und bauten diesmal drinnen die zwei Tische auf und deckten reichlich ein. Monique hatte uns den Kühlschrank vollgepackt. Mariele machte noch ein paar Nudeln von Vorabend mit Ei, die restlichen Eier hat sie in ein köstliches Rührei verwandelt. Das gemeinsame Frühstück hielt uns noch zusammen, dann verabschiedeten sich die ersten, die nur den 1. Tag mitgewandert sind. Sven verteilte Pilgerstempel in die Pilgerpässe und wundervolle Pilgersprüche – einem jeden seinen eigenen! Wir dankten Sven und Monique für ihre wundervolle Gastfreundschaft. Pilger, dies ist wirklich ein gutes Haus, besucht sie, damit ihre schöne Herberge sich immer wieder mit Camino-Leben füllt! Es lohnt sich…

Foto von Horst Kroll: Landhaus Luckas mit Pilgern

Nach dem Frühstück gab es tapfere Abwäscher, Aufräumer und Ausfeger, dann wurden die Rucksäcke gepackt und geschultert! Rechtzeitig gegen 20 nach neun brachen wir auf, damit wir noch rechtzeitig nach Müncheberg zum 10-Uhr-Gottesdienst kamen. Die riesige, rote Backsteinkirche war schon von weitem zu sehen, sie war nicht zu verfehlen. Die Sonne leuchtete.

Zwei Pilgerinnen und die Müncheberger Kirche

Einige wollten schon vor dem Gottesdienst los, er ist halt nicht für jeden Pilger, da gibt es bei uns keinen Gruppenzwang. Sven hatte uns in der Kirche angekündigt und so wurden wir zum Beginn des Gottesdienstes vom Pfarrer freundlich begrüßt. Es ist schon interessant mit einer gemischt-konfessionellen Gruppe unterwegs zu sein. Ganz deutlich erkennt man die Katholiken unter uns am Bekreuzigen zu den Worten  „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Die Sonne schien immer heller durch die Glasfenster dieser außerordentlichen Kirche. Sie war im Krieg stark zerstört worden und so wieder aufgebaut worden, dass ihre Wunden noch sichtbar waren. Auch die Predigt zu Jesu Worten über die Nachfolge war erhellend.

Nach dem Gottesdienst erfuhren wir vom Pfarrer mehr über die Geschichte der Kirche und die ihr innewohnende Holzarche, die die örtliche Bibliothek birgt. Wir erhielten unseren Stempel und den traditionellen Pilgersegen. Wunderbar!

Und nun war kein Halten mehr. Draußen war der Frühling so etwas von ausgebrochen und direkt in den Frühsommer übergegangen. 25 Grad hatten wir. Die Jacken wurden schnell abgelegt und dem Rucksack anvertraut und im Laufe des Tages kamen sogar winterweiße Arme und Unterschenkel aus teilbaren Trekkinghosen ans Tageslicht und ins Warme. Was für eine Gnade! Es viel immer wieder er Spruch: „Wenn Engel reisen!“ An der Straße liefen wir aus Müncheberg hinaus bis zum Bahnhof, der sich für eine erste Pause anbot. Ab nun hatten wir nun die traditionellen blau-gelben Jakobsmuscheln als Wegweiser. Hier gab es auch eine Übersichtskarte über den weiteren Verlauf des Jakobsweges.

Nach der Pause begann nun der zauberhafte Waldweg in Richtung Hoppegarten. Ob der Hitze, aber auch des gelungenen Einlaufens am Vortage der erfahrenen Pilger wurden die Abstände wieder groß. Gegen Mittag und nach ca. 10 km Wegstrecke war der Abstand schon riesig. Und so kam es zu einer vorrübergehenden Trennung der Gruppe. Die von der schnellen Truppe liefen den Weg über Hoppegarten und kehrten dort beglückt im Eiskaffee ein. Die etwas langsameren machten ausführliche Mittagspause auf der Jakobsweg-Wandermöblierung.

Mittagspause auf dem Jakobsweg

Mit Hilfe von Randolfs Karte wurde eine Abkürzung zum Roten Luch gefunden, so dass weder der Weg nach Hoppegarten noch die Landstraße notwendig wurden, sondern wir direkt in das „Rote Luch“ kamen und so dieses geologisch interessante Gebiet, eine Talwasserscheide, kennen lernen konnten. Wir haben sogar mehrfach Rehe gesehen. Hinter dem Hauptgraben fanden wir eine Jakobsstehle und damit wussten wir, wir sind schon auf dem richtigen Weg.

Jakobsstehle mit Pilgern im Roten Luch

Und siehe da, bei der nächsten Pause in einem kleinen Wäldchen kamen die anderen Pilger dahinter um die Ecke, die Gruppe war wiedervereint. Gemeinsam ging es an die letzten Kilometer nach Rehfelde. Wir müssen dabei auch ehrlich zugeben, dass wir uns in Werder den Abzweig nach Garzau knickten (ja, trotz Feldstein-Pyramide).

Aufbruch aus der "Alten Linde" in Rehfelde

Gegen fünf Uhr trafen wir an der „Alten Linde“ in Rehfelde ein und kehrten auch ein. Wir sahen noch Gabi, Oliver und Karla, die am Bahnhof standen, da der stündliche Zug gerade eintraf. Ein Winken noch, dann waren sie davon. Der Rest der Gruppe stärkte sich mit diversen Schorlen, Kaffee und Streuselkuchen und natürlich Marieles Schokokuchen, den sie die ganze Zeit geschleppt hatte. Danke Mariele, das war toll! Währenddessen trafen die letzten Nachzügler ein, auch für sie war noch genug Zeit für eine Erfrischung und Kuchen. Alle wirkten zufrieden, wenn auch einige wirklich erschöpft zufrieden. Die letzten Stullen wurden mitvertilgt, dann brachen wir auf, um den Zug von Rehfelde nach Berlin-Lichtenberg zu nehmen. Ich glaube, es war das gewesen, was wir uns alle für dieses Wochenende gewünscht hatten, einen

Buen Camino!

Auf dem Bahnhof von Rehfelde

P.S. an alle Mitpilger: Wer noch Bilder hat, die hier reinpassen oder besser sind als meine, bitte schicken! Und wer noch von Dingen berichten kann, wo ich nicht dabei war, bitte kurz schreiben, ich füge es dann ein. Danke und Hasta Luego, am 13. Mai sehen wir uns wieder beim Vortrag von Jana und Kerstin über die Via Francigena.

Alles klar: Unsere nächsten Termine bis April 2011

12 Jan

Nun ist mit dem Pfarrbüro alles abgestimmt und geklärt und wir können die  Termine für das nächste Vierteljahr der „Pilgerherberge im Alltag“ bekannt geben. Wir haben auf der Webseite jetzt auch eine Abo-Funktion eingerichtet. Wer sich da anmeldet, der bekommt immer eine Email, wenn ein neuer Artikel veröffentlicht wird. Alle, von denen wir Email-Adressen haben, bekommen natürlich eine Extra-Einladung für die Termine. Generell freuen wir uns über Anmeldungen zu jeweiligen Terminen, definitv notwendig ist sie für den im April.

Zunächst erstmal: Bitte generell merken für Berlin:

Wir steigen um auf den 2. Freitag im Monat.

Also bitte den Terminkalender zücken und eintragen:

11. Februar 2011, 20.00 Uhr: Ultreia et Suseia!

Heute geht's um "Pilger unterwegs"!

Wir machen einen Erzählabend in großer Runde und erzählen von unseren Erfahrungen auf unseren verschiedensten Pilgerwegen, von unseren Pilgerstilen und allem, was einfach gesagt werden muss. Eigentlich begann damit unser erster Abend, bis wir zum Thema Planung umschwenkten, und es hat so schon sehr viel Spaß gemacht! Einzelgespräche oder Kleingruppen wieder am Tapas-Buffet, dafür bitte wieder etwas einpacken!

11. März 2011, 20.00 Uhr: Praktisches rund um das Pilgern und den Camino  Francés!

Zwei ganz unterschiedlich ausgerüstete Pilger in León

Wer Lust hat, der schultert seinen gepackten Rucksack und wir machen eine kleine Fach-Ausstellung für Pilgerausrüstung: Rucksäcke, Taschen, Stiefel, Klamotten, Zubehör, Pilgerapotheken etc. Man kann aber auch „Teilsortimente“ mitbringen, wer nicht so viel tragen will oder kann oder besondere Highlights hat wie Bettwanzenschutzlaken oder ähnliches. Und wir werden gemeinsam in unsere persönliche Trickkiste greifen und alle unsere guten Tipps herausholen über den Camino Francés: dafür bitte auch Wegbeschreibungen, Höhenprofile, Herbergsverzeichnisse, Pilgerführer, Links und was Euch sonst noch einfällt mitbringen. Und natürlich Verpflegung – wie gehabt!

2./3. April: Probepilgern

Erschöpfter Jungpilger in der Pilgerherberge Landhaus Luckas in Philippinenhof bei Müncheberg

Pilgern beginnt früh! Wir treffen uns am Bahnhof Alexanderplatz und fahren mit dem RE1 nach Fürstenwalde. Ihr könnt natürlich auch vorher oder später zusteigen. Von dort aus pilgern wir auf der Jakobsweg Verbindungsroute ca. 20 km zunächst nach Müncheberg und am Sonntag dann weiter auf der Nordroute bis Klosterdorf, wo wir dann vom Jakobsweg zum S-Bahnhof Straußberg Nord abbiegen. Wir übernachten in der Pilgerherberge Landhaus Luckas in Philippinenhof bei Müncheberg. Hierüber gibt es rechtzeitig eine Information mit allen Details wie Abfahrtzeiten, Kosten, Ausrüstung. Aber mit dem Freuen kann man schon anfangen und mit dem Gutwetter-Gebet 🙂 !

Der Termin am Freitag, dem 8. April, fällt daher aus!

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