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13.01.2012, 19.45 Uhr: Vortrag von Grit Ott – So weit mein Herz mich trägt

3 Jan

Euch allen ein wunderschönes neues Jahr 2012, Gottes reichhaltigen Segen, Gesundheit, viel Liebe  und immerwährend gute Wege!

Bei unserer Weihnachtsfeier im Dezember haben wir durch unserem Spiel „Reise nach Santiago“ ergründet, warum wir alle nach Santiago pilgern. (Die Reise nach Santiago ist die Umkehrung der Reise nach Jerusalem. Während bei dort der Pilger kämpfend immer mehr Mitpilger verliert, beginnt hier ein Pilger und nimmt dann alle mit, damit hinterher die ganze Gruppe in der Mitte beisammen unterwegs ist.) Hier die Antworten:

Ich pilgere nach Santiago…

…weil ich gespannt bin, was und wer mir unterwegs begegnet.

…weil ich weiter zum Cap Finistere wollte  🙂 2006

…weil ich zu mir selbst finden möchte

…weil mein Traum in Erfüllung ging!

…weil ich die Einfachheit und Unbeschwertheit genießen und sie mit anderen Pilgern teilen möchte.

…weil ich mir klar werden will, was ich wirklich will in meinem Leben und was mir wirklich wichtig ist.

…weil es schön ist, mit vielen anderen Pilgern in Gespräch über Gott und die Welt zu kommen!

…weil ich mich an Wunder gewöhnen und erfahren möchte, dass bei Gott nichts unmöglich ist.

…weil ich das mit meinem Vater vor vielen Jahren schon verabredet, aber nie gemacht hatte

…weil ich Abstand vom Alltag finden möchte.

…weil man es selbst erfahren muss, warum überwiegend deiser Weg von der Vielzahl aller Pilger gewählt wird.

…weil Treffen von unterschiedlichen Leuten und Gründen

…weil ich viele Menschen treffen möchte.

…weil ich weiter in meine Mitte / zu Gott kommen möchte.

…weil das Leben ein Pilgerweg ist und „San -Tiago“ ein Zeichen und der der „Weg“ auch ein Zeichen für das Leben auf der Erde.

…weil ich zu Gott finden möchte.

Wir stellten auch fest: In unserem ersten Jahr haben wir uns gut etabliert, die monatlichen Treffen waren von Anfang an mit 10 – 25 Leuten immer gut besucht. Der Pilgerweg des Vertrauens von Taizé fegte anschließend wie ein Frühlingswind durch Berlin und unsere Räume, nun bereiten wir uns auf unser 2. Jahr als Pilgerherberge im Alltag vor.

Grit sagte: Ich pilgere nach Santiago…

…weil es für mich in jeder Hinsicht DAS Erlebnis ist.

Das werden auch wir erleben können. Denn am 13. Januar wird Grit ihren Vortrag bei uns halten, worauf ich mich schon lange freue. Ihr Buch über den Camino heißt: „Soweit mein Herz mich trägt“. Den Text habe ich – der Einfachheit halber – aus dem Pilgerportrait übernommen:

Grit Ott: So weit mein Herz mich trägt

„Mit 52 Jahren Diabetes auf dem Buckel und 3 Bypässen in der Brust auf den Jakobsweg gehen, das grenzt schon an Körperverletzung.“ So warnte ein besorgter Freund … vergeblich. Nach ärztlicher Konsultation ist Grit Ott im August 2008 aufgebrochen. 800 Kilometer auf dem Camino Francés von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Santiago de Compostela. …

Kurz vor meinem 60. Geburtstag hatte ich das tiefe Bedürfnis, diesem Gefühl in irgendeiner Weise ein Zeichen zu setzen und so entstand dann nach langem Überlegen die Idee, mich auf den Jakobsweg zu begeben. Den Spuren der Pilger zu folgen, die diesen endlos langen Weg bereits im Mittelalter beschritten hatten, fand ich ganau passend und ungeheuer spannend.

Mein Mann hat mich dazu von Anfang an ermutigt (er war jedoch heilfroh, das von zu Hause aus tun zu können:-)) Meine Freunde fanden diesen kühnen Plan von „verantwortungslos bis „genial“. Einige von ihnen wären am liebsten mitgekommen, doch ich wollte den Camino ganz bewußt alleine gehen – mich durch nichts und niemanden ablenken lassen! Und so bin ich dann – nachdem mir mein Diabetologe sowie auch der Kardiologe „grünes Licht“ gegeben hatten – am 26. August 2008 von Saint Jean Pied de Port aus über die Pyrenäen losgezogen…

Grit auf dem Camino kurz vor Rabanal

Es gab auf dem Camino außer der wunderschönen Natur noch mehrere „Highlights“. Dazu zählen eindeutig die beiden Übernachtungen im Freien – es ist einfach unbeschreiblich, unter dem Sternenhimmel zu schlafen…, das Musikmachen unterwegs mit anderen Pilgern (ich hatte meine kleine irische Tin-Whistle immer griffbereit:-)) sowie natürlich die ersehnte Ankunft in Santiago!

Ich war zugegebenermaßen noch nie ein tief gläubiger Mensch. Dieser Camino hat mir jedoch eine ganz andere Sichtweise eröffnet und ich hatte merkwürdigerweise von Anfang an das Gefühl, auf diesem Weg „geborgen“ zu sein – eine innere Gewissheit, daß mir nichts passieren würde…Der Existenz von Schutz-engeln bin ich mir jetzt z.B. völlig sicher und ich habe mich meinem Schöpfer noch nie so nah gefühlt wie in diesen 6 Wochen…

Grit am Kreuz kurz vor Astorga

All die intensiven Begegnungen und Erlebnisse unterwegs haben mir sehr viel Kraft gegeben, von der ich heute noch zehren kann.“

Für alle Neuen nochmals die Daten:

Herz-Jesu-Gemeinde, der Raum wird immer individuell bestimmt,
Beginn um 19.45 Uhr (nach der Freitagsmesse)

Adresse: Schönhauser Allee 182, 10119 Berlin,
das ist so ein Hofeingang in einer roten Backsteinmauer.
U 2 Rosa-Luxemburg-Platz oder Senefelder Platz, M8 Rosa-Luxemburg-Platz, Bus 142

Übrigens noch etwas in eigener Sache:

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten uns einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Das Sydney Opera House bietet Platz für 2.700 Konzertbesucher. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 9.900 mal besucht. Das entspräche etwa 4 ausverkauften Konzertveranstaltungen im Sydney Opera House.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Berliner Pilgerportraits: Grit Ott

10 Mrz

Vorwort von uns Hospitaleros: Wir möchten mit diesem Pilgerportrait von Grit eine Reihe beginnen, in der wir Pilger aus unserer Pilgerherberge im Alltag hier in Berlin vorstellen. Grits Geschichte ist mir (Gabriele) sehr ans Herz gegangen und ich freue mich sehr, dass wir sie bei uns haben und sie so weiterhin am Camino teilhaben lassen können! Weitere Portraits werden sicherlich folgen. Da Grit Autorin ist, schreibt sie natürlich selbst.

Grit Ott

Ich heiße Grit Ott, bin 63 Jahre alt und von Beruf Beschäftigungstherapeutin für behinderte Menschen. Nach der Pensionierung meines Mannes vor einem Jahr konnten wir nun endlich in mein geliebtes Berlin zurückkehren – die letzten 15 Jahre zuvor habe ich mit ihm in Wiesbaden gelebt.

Eines meiner Lieblingshobbies ist neben dem Reisen das Musikmachen. Ich spiele in einer Irish Folk Gruppe sowie noch in einer anderen Band. (www.singadream.com)

Grit Ott mit Whistle

Um euch zu erzählen weshalb ich gepilgert bin, muß ich allerdings bis in meine Kindheit zurückgehen::

Grit Ott: Mein süßes Leben

Ich habe mit 8 Jahren Diabetes bekommen und die Ärzte waren damals der Meinung, daß zuckerkranke Kinder nicht älter als 30 werden würden…Solch düstere Prophezeiungen haben sich Gott sei Dank nicht erfüllt – allerdings erwischten mich die Spätfolgen dieser Krankheit mit 50 Jahren am Herzen und es wurden mir deshalb 3 Bypässe gelegt. Ich bin jedoch von Natur aus ein ziemlich zähes „Stehauf – Frauchen“ und so konnte ich ein paar Monate später schon wieder in meinen geliebten Bergen herumgekraxeln:-))

Grits Buch: Vom Hoch und Tief des süßen Lebens

Im Lauf der Zeit wuchs in mir eine unendliche DANKBARKEIT, daß ich entgegen sämtlicher miesen Prognosen immer noch lebte – und wie ich fand, gar nicht mal so schlecht! Kurz vor meinem 60. Geburtstag hatte ich das tiefe Bedürfnis, diesem Gefühl in irgendeiner Weise ein Zeichen zu setzen und so entstand dann nach langem Überlegen die Idee, mich auf den Jakobsweg zu begeben. Den Spuren der Pilger zu folgen, die diesen endlos langen Weg bereits im Mittelalter beschritten hatten, fand ich ganau passend und ungeheuer spannend.

Grit auf dem Camino kurz vor Rabanal

Mein Mann hat mich dazu von Anfang an ermutigt (er war jedoch heilfroh, das von zu Hause aus tun zu können:-)) Meine Freunde fanden diesen kühnen Plan von „verantwortungslos bis „genial“. Einige von ihnen wären am liebsten mitgekommen, doch ich wollte den Camino ganz bewußt alleine gehen – mich durch nichts und niemanden ablenken lassen! Und so bin ich dann – nachdem mir mein Diabetologe sowie auch der Kardiologe „grünes Licht“ gegeben hatten – am 26. August 2008 von Saint Jean Pied de Port aus über die Pyrenäen losgezogen…

Es gab auf dem Camino außer der wunderschönen Natur noch mehrere „Highlights“. Dazu zählen eindeutig die beiden Übernachtungen im Freien – es ist einfach unbeschreiblich, unter dem Sternenhimmel zu schlafen…, das Musikmachen unterwegs mit anderen Pilgern (ich hatte meine kleine irische Tin-Whistle immer griffbereit:-)) sowie natürlich die ersehnte Ankunft in Santiago!

Ich war zugegebenermaßen noch nie ein tief gläubiger Mensch. Dieser Camino hat mir jedoch eine ganz andere Sichtweise eröffnet und ich hatte merkwürdigerweise von Anfang an das Gefühl, auf diesem Weg „geborgen“ zu sein – eine innere Gewissheit, daß mir nichts passieren würde…Der Existenz von Schutz-engeln bin ich mir jetzt z.B. völlig sicher und ich habe mich meinem Schöpfer noch nie so nah gefühlt wie in diesen 6 Wochen…

Grit am Kreuz kurz vor Astorga

All die intensiven Begegnungen und Erlebnisse unterwegs haben mir sehr viel Kraft gegeben, von der ich heute noch zehren kann. Und das ist auch gut so, denn ich habe mir kurz darauf eine autoimmune Leber-Erkrankung zugezogen, bei der das dauerhaft einzunehmende Medikament solche Nervenschmerzen in den Beinen + Füßen verursacht, daß an einen weiteren Jakobsweg wohl nicht mehr zu denken ist!

Zuerst war das natürlich ein ziemlicher Schock für mich, aber der ständige Kontakt zu den lieben Leuten aus dem Pilger-Forum läßt mich ja immer „am Ball bleiben“ und ich hefte mich im Gedanken einfach an ihre Fersen:-))

Außerdem gibt es ja nun seit Januar hier in der Hauptstadt diese „Pilgerherberge im Alltag“, zu deren Entstehung ich euch nur beglückwünschen kann, liebe Gabriele und Santiago! Auch hier habe ich mich vom ersten Moment an wohlgefühlt und das Konzept – nämlich etwas von der Hilfe und Gastfreundschaft, die man auf dem Camino erfahren hat, an andere weiterzugeben –  finde ich toll!

Deshalb freue ich mich schon jetzt darauf, bei uns zu Hause auch mal ein oder zwei Pilger auf der Durchreise beherbergen zu können und wer weiß, vielleicht wird ja eines Tages tatsächlich mal ein richtiges „Projekt Pilgerherberge in Berlin“ daraus? Also packen wir’s an!

Bisher sind drei Bücher von mir erschienen, die alle Mut machen sollen, sich trotz chronischer Krankheiten niemals unterkriegen zu lassen und das Leben jeden Tag aufs Neue als ein kostbares Geschenk zu sehen

Grit Ott: So weit mein Herz mich trägt

„Mein süßes Leben“,

„Vom Hoch und Tief des süßen Lebens“,

„So weit mein Herz mich trägt – Stolpersteine einer Diabetikerin auf dem Jakobsweg“

Nächster Diavortrag über meinen Camino:

Am 17. März um 18.00 in Wuppertal: Bürgerforum Heckinghausen, Heckinghauser Str. 197

Am 27. Mai um 19.00 in Berlin – Friedenau, Gemeindesaal der Philippus-Kirche, Stierstr. 18

Und noch ein paar Links:

Grits Hompage: http://www.grit-ott.com/

Hompage der Insuliner:  http://www.insuliner.de/insublog/wordpress/

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